Max-Ophüls-Filmfestival feiert seinen 40.

Klappe die 40.: Das traditionelle Saarbrücker Filmfest feiert Geburtstag. Die Jubiläumsausgabe des wohl bedeutendsten Festivals  für den deutschsprachigen Filmnachwuchs wurde am Montagabend mit der Verleihung des Ehrenpreises an die Schauspielerin Iris Berben eröffnet (bis 20.1.).

Max-Ophüls-Filmfestival im Saarland ist das Festivals  für den deutschsprachigen Filmnachwuchs.

Als Laudatoren würdigten Außenminister Heiko Maas und der Schauspieler Edin Hasanović das Wirken Berbens in sehr persönlichen Worten, die die Preisträgerin zu Tränen rührte.

Mit von der Partie war der Gründer des Festivals Albrecht Stuby. 1980 waren gerade mal 780 Zuschauer in die Saarbrücker Kinos gekommen. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 45.000. Und in diesem Jahr dürften es noch mehr werden.

Denn zu seinem 40. geht das Festival „uff die Schnerr“. Einige der mehr als 150 Filme, davon 62 im Wettbewerb, werden auch in Kinos in St. Ingbert und Bous gezeigt.

Zur Eröffnung waren über 1300 Zuschauer in fünf Säle des Cinestars in Saarbrücken geströmt. Und sie wurden mit einem kurzweiligen Auftakt belohnt.

Festivalleiterin Svenja Böttger sagte, ihre Pläne, seitdem sie vor drei Jahren das Festival übernommen habe, seien voll und ganz aufgegangen. Sie sei stolz, dass das Konzept nach 40 Jahren immer noch funktioniere.

Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz überreichte ihr eine vom Cafe Lolo als zwei blaue Herzen gestaltete Geburtstagstorte als Dank an das ganze Team – begleitet von einem spontanen „Happy Birthday“ aus den ersten Saalreihen.

Die Ehrung von Berben quittierte das Publikum mit begeistertem Applaus. Laudator Heiko Maas lobte „Iris“ unermüdlichen Einsatz für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit und ihren „Mut, Farbe zu bekennen.

Dann holte er überraschend Hasanović zur Verstärkung auf die Bühne. Der Schauspieler mit bosnischen Wurzeln, der im vergangenen Jahr gemeinsam mit Berben den Deutschen Filmpreis moderierte, hielt eine flammende Rede auf die Ehrenpreisträgerin – fast schon eine Art Liebeserklärung. „Du bist und bleibst meine Königin. Wenn es jemals einen bosnischen James Bond geben sollte, bist du und nur du mein Bond-Girl.“

Berben zeigte sich überwältigt von der Ehrung und den Reden der „beiden Kerle“. Den Tränen nahe sagte sie: „Ich bin so glücklich. Das tut so gut“. Sie habe nie aufgehört, sich als Nachwuchs zu fühlen, denn „wir müssen immer weiter Ausprobieren, Scheitern, wieder aufstehen“.

Sie appellierte an alle Filmschaffenden, die Möglichkeiten des Mediums zu nutzen. „Wir haben damit wunderbare Instrumente gegen Rückwärtsgewandtheit und Missstände. Lasst uns diese Geschichten finden und in unseren Filmen erzählen“.

Das Ende der Wahrheit

Als Eröffnungsfilm wurde der spannende Thriller „Das Ende der Wahrheit“ von Regisseur Philipp Leinemann gezeigt. Der Streifen mit brutalen Szenen handelt von einem BND-Mann, der angesichts von Waffenlieferungen an Terrorstaaten ins Zweifeln kommt. Ob die zusammen mit den Fernsehsendern ZDF und ARTE entstandene Produktion auch auf der große Leinwand ankommt, wird sich spätestens nach dem offizielle Kinostart im Mai  zeigen.

Von Jörg Fischer (Saarland 2019)

Foto Iris Berben: Ralf Roletschek